Experimentelle Überprüfung des Uncongeniality Bias
Viele Ansätze, die beanspruchen, Verhalten in Online-Diskussionsforen zu erklären, gehen davon aus, dass sich Personen überwiegend mit einstellungskonformen Inhalten beschäftigen und sich mit Personen verbinden, die ihre Meinung teilen. Diese Ansätze können allerdings nicht erklären, warum es im Internet (z.B. in Online-Diskussionsforen) so viel Streit gibt. Hitzige Debatten, zum Beispiel, sind in Online-Diskussionsforen an der Tagesordnung. Der sogenannte Uncongeniality Bias stellt einen Ansatz dar, um Streit im Internet besser zu klären. Dieser besagt, dass Personen eher auf einen Online-Diskussionsbeitrag antworten, wenn dieser ihrer Meinung widerspricht.
Bisherige Studien zur Testung des Uncongeniality Bias, haben eine Messung der Meinung der Person (und durch eine Vorstudie, die Meinung, die im Diskussionsbeitrag ausgedrückt wird) vorgenommen. Nach der Präsentation eines Diskussionsbeitrags wurden die Personen gefragt, ob sie gerne auf diesen antworten möchten. In der vorliegenden Studie, möchte wir die Meinung der Versuchsteilnehmer nicht bloß messen, sondern manipulieren, um einen experimentellen Test des Uncongeniality Bias durchzuführen.
Methode
Bisherige Studien zum Thema haben konsistent gezeigt: je größer die Diskrepanz zwischen Meinung der Person und dargestellte Meinung im Diskussionsbeitrag ist, desto eher möchte die Person auf diesen Diskussionsbeitrag antworten. Nach übereinstimmender korrelativer Evidenz für den Uncongeniality Bias, möchten wir nun eine experimentelle Prüfung durchführen. Dazu benötigen wir zwei Gruppen, die sich bezüglich der Diskrepanz zwischen Meinung der Person und dargestellte Meinung im Diskussionsbeitrag (unabhängige Variable) unterscheiden. Wir möchten dies durch die Manipulation der Meinung der Person erreichen. Dafür haben wir ein fiktives Thema ausgewählt und durch eine fiktive Expertenmeinung und fiktive Meinungsumfrage manipuliert. Mit dem Ziel, dass sich diese manipulierte Meinung bei den Teilnehmern festigt, sollen sie im Anschluss den Inhalt der Expertenmeinung und Meinungsumfrage zusammenfassen.
Ergebnisse
Die Daten zeigen, dass sich beide Gruppen in der Diskrepanz zwischen Meinung der Person und dargestellte Meinung im Diskussionsbeitrag (unabhängige Variable) unterscheiden. Allerdings gibt es keine Unterstützung für die experimentelle Uncongeniality Bias-Hypothese. In der Gruppe mit hoher Diskrepanz zwischen Meinung der Person und dargestellte Meinung im Diskussionsbeitrag ist die Bereitschaft auf die Diskussionsbeiträge zu antworten nicht größer als in der Gruppe mit niedriger Diskrepanz zwischen Meinung der Person und dargestellte Meinung im Diskussionsbeitrag.
Steckbrief
| Titel (deutsch): | Experimentelle Überprüfung des Uncongeniality Bias |
| Titel (englisch): | Experimental Test of Uncongeniality Bias |
| Erhebungszeitraum: | 02/2026 |
| Stichprobe (effektiv): | 259 |
| Stand der Informationen: | 11.05.2026 |
Weitere Informationen
https://psy.rptu.de/aes/ikm/medienpsychologie
Kontakt
Moritz Vogel, moritz.vogel@rptu.de