Onlinebefragung

Demoskopiedemokratie

Ohliger, Ursula & Ohliger, Veronika

Demoskopiedemokratie

Die Ambivalenz politischer Meinungsforschung in der Mediendemokratie

Die politische Umfrageforschung hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung hinzugewonnen. In der Studie werden daher die Chancen und Gefahren der Demoskopie vor dem Hintergrund demokratietheoretischer Theorien diskutiert. Außerdem wird analysiert, inwiefern zwischen den verschiedenen Wählergruppen Unterschiede hinsichtlich der Wirkungsannahmen von veröffentlichten Meinungsumfragen auf die Medien, das Elektorat und die Politik bestehen.

Dazu wurde im Juni 2017 eine nicht-repräsentative Onlinebefragung mit Hilfe des SoSci-Panels durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass es bei der Wirkungswahrnehmung veröffentlichter Meinungsumfragen auf die Medien und das Elektorat signifikante Unterschiede zwischen den Wählergruppen gibt, abhängig von deren Wahlpräferenzen und Parteineigung. Vor allem die Anhänger der AfD und teilweise auch die Wähler mit der Wahlabsicht FDP und „sonstige Parteien“ bewerten die Effekte von Meinungsumfragen signifikant anders, als andere Wählergruppen. So bewerten beispielsweise die Afd- und die FDP-Anhänger die Gefahren einer möglichen Instrumentalisierung von Meinungsumfragen durch Journalisten signifikant höher als alle restlichen Wählergruppen. Die Unterschiede können teilweise damit erklärt werden, dass bei diesen Parteien die Erfolgschancen häufig von Sperrklauseln abhängig sind. Kritisch reflektiert werden muss bei der Studie, dass die Ergebnisse auf den Selbsteinschätzungen der Wähler beruhen.

Steckbrief

Titel (deutsch): Demoskopiedemokratie - Die Ambivalenz politischer Meinungsforschung in der Mediendemokratie
Titel (englisch): Democracy and public opinion research – the ambivalence of political public opinion research in a mediatized democracy
Erhebungszeitraum: 06/2017–07/2017
Stichprobe (effektiv): 437
Stand der Informationen: 26.09.2017

Weitere Informationen

Ursula Ohliger

Veronika Ohliger

Kontakt

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