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(Weiter-)Entwicklung einer Skala für „Delib...

Weinmann, Carina

(Weiter-)Entwicklung einer Skala für „Deliberation Within“

Ziel und Fokus des gesamten Projektes, von dem diese Studie eine Teilstudie ist, ist die Entwicklung eines psychometrischen Messinstruments für das Konstrukt „deliberation within“. Dieses wurde von dem politischen Philosophen Robert E. Goodin (2000, 2003) als eine Alternative zum ‚Ideal‘ der gesellschaftsweiten Deliberation (d. h. kurz: Auseinandersetzung mit politischen Themen und Streitfragen) vorgeschlagen, welche in heutigen Demokratien aufgrund deren Komplexität nicht umsetzbar ist. Goodin schreibt hierzu: „My proposal is to try to make the ‘internal-reflective’ aspect of deliberation do more of the work for us” (2000, p. 92). Eine umfangreichere explizite Definition des Konstrukts findet sich bei Goodin zwar nicht. Aus seinen weiteren Ausführungen wird jedoch deutlich, dass er unter „deliberation within“ Prozesse fasst, die ihm zufolge jeder Form von interpersonaler Deliberation vorangehen (sollten): das sich Hineinversetzen in die Perspektive anderer, das Abwägen von Argumenten und Gegenargumenten sowie die dadurch letztlich mögliche Entstehung gegenseitigen Verständnisses bzw. gegenseitiger Verständigung („mutual understanding“). Bislang existiert innerhalb der Literatur nur eine empirische Studie zu „deliberation within“ (Goodin & Niemeyer, 2003), in der das Konstrukt jedoch indirekt und nicht anhand eines psychometrischen Messinstruments, d. h. einer Skala, operationalisiert und erhoben wurde.

In zwei bereits durchgeführten Teilstudien wurde das Konstrukt „deliberation within“ operationalisiert, d. h. Items zur Messung entwickelt, und mittels verschiedener Analysen (Itemanalyse und Reliabilitätstests) wurden geeignete Items für eine adaquäte Messung innerer Deliberation ausgewählt. In dieser Teilstudie sollte nun überprüft werden, inwieweit die entwickelte Skala tatsächlich innere Deliberation misst. Zu diesem Zweck wurde überprüft, inwieweit sich die Messungen von den Messungen anderer Konstrukte unterscheiden (diskriminante Validität) bzw. mit denen verwandter Konstrukte zusammenhängen (konvergente Validität). Die Ergebnisse der Studie zeigten durchweg die angenommenen Zusammenhänge bzw. Unterschiede: So ließ sich etwa ein positiver Zusammenhang mit politischem Interesse (als Eigenschaft der Befragten) und systematischer Informationsverarbeitung, ein negativer hingegen mit heuristischer Informationsverarbeitung feststellen. Insgesamt weisen die Studienergebnisse daher auf eine gute Eignung der entwickelten Skala hin.

Literatur

Goodin, R. E. (2000). Democratic deliberation within. Philosophy & Public Affairs, 29, 81–109. doi:10.1111/j.1088-4963.2000.00081.x

Goodin, R. E. (2003). Reflective democracy. Oxford, UK: Oxford University Press.

Goodin, R. E., & Niemeyer, S. J. (2003). When does deliberation begin? Internal reflection versus public discussion in deliberative democracy. Political Studies, 51, 627–649. doi:10.1111/j.0032-3217.2003.00450.x

Steckbrief

Titel (deutsch): (Weiter-)Entwicklung einer Skala für „Deliberation Within“
Titel (englisch): (Further) Development of a Scale for „Deliberation Within“
Erhebungszeitraum: 03/2015
Stichprobe (effektiv): 228
Stand der Informationen: 18.06.2015

Publikationen

Weinmann, C. (2017). Measuring political thinking: Development and validation of a scale for "deliberation within". Political Psychology. Advance online publication. doi:10.1111/pops.12423

Weitere Informationen

Carina Weinmann (Uni Mannheim)

Carina Weinmann (ResearchGate)

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