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Zahlungsbereitschaft für nationale Klimapol...

Uehleke, Reinhard H. E.

Zahlungsbereitschaft für nationale Klimapolitik

Der Einfluss des Erhebungsformats und der internationalen Kooperation

Deutschland hat ambitionierte CO2-Reduktionsziele – nicht nur weltweit, sondern auch innerhalb der Europäischen Union. Die EU hat vereinbart, die Emissionen um 20% bis 2020 zu senken (im Vergleich zum Basisjahr 1990) und bietet einen Verschärfung der Emissionsreduktion um 30% bis 2020, wenn sich andere große Volkswirtschaften verpflichten, ihren fairen Beitrag zu den globalen Emissionsreduktionsanstrengungen zu leisten. Deutschland hat sich dagegen noch höhere Reduktionsziele von 40% Emissionssenkungen bis 2020 und 55 % bis 2030 gesteckt. Angesichts der zukünftigen internationalen Verhandlungen über die THG-Emissionsziele und die Suche nach Möglichkeiten, um die Kluft zwischen Erklärungen auf Klimagipfeln und tatsächlichen bindenden CO2-Reduktionszielen zu schließen, ist es von entscheidendem Interesse für die politischen Entscheidungsträger, eine Einschätzung über die Unterstützung von Klimaschutzzielen durch die breiten Öffentlichkeit zu haben. Dieses Projekt untersucht daher die Zahlungsbereitschaft (ZBS) für zukünftige Reduktionsziele in Deutschland, ihre Determinanten und methodische Aspekte zur Verwendung von Zahlungsbereitschaftsstudien. Die verwendeten Szenarien wurden so entworfen, dass sie der aktuellen deutschen und europäischen Politik zur Verringerung der THG ähneln. Insbesondere wird die Zahlungsbereitschaft für eine Verschärfung der Emissionsreduktion von 30% auf 40% bis 2020 in zwei Szenarien erhoben. Das erste Szenario erhebt die ZBS für eine einseitige Erhöhung des Emissionsziels und das zweite misst die ZBS für eine bedingte Erhöhung des Emissionsziels, welches nur umgesetzt wird, wenn große THG Emittenten sich verpflichten die Emissionen wesentlich reduzieren. Daher ermittelt diese Studie die ZBS für relevante politische Optionen wie sie derzeit vom Gesetzgeber diskutiert werden.

Eine Schwierigkeit bei der Gestaltung geeigneter Umfragen zur Zahlungsbereitschaft ist die Wahl des Frageformats, da verschiedene Formate zu unterschiedlichen ZBSen führen. Frühere Studien zur Konvergenz unterschiedlicher Formate zeigen regelmäßig, dass zum Beispiel das Referendum Format entscheidend höhere ZBS-Werte als andere Formate wie die Payment-Ladder erzielt. Die fehlende Konvergenz wird in der Regel auf die unterschiedlichen Anreizwirkungen und psychometrischen Eigenschaften der Formate zurückgeführt.

Die Analyse zeigt erstens, dass die ZBS im Referendum Format mehr als das doppelte der ZBS im Payment-Ladder Format beträgt. Zweitens gibt es keinen Unterschied der ZBS zwischen dem unilateralen und dem multilateralen Szenario unter Verwendung der Payment-Ladder, während die ZBS sich im multilateralen Szenario fast verdoppelt, wenn das Referendum Format verwendet wird. Drittens ergibt die ökonometrische Analyse mehrere stabile Ergebnisse im Hinblick auf die Determinanten der ZBS. Die Variablen mit den stärksten Auswirkungen auf die ZBS sind persönliche Norm, die Einstellung zur Vorreiterrolle beim internationalen Klimaschutz, Einkommen, Bildung und Geschlecht.

Steckbrief

Titel (deutsch): Zahlungsbereitschaft für nationale Klimapolitik: Der Einfluss des Erhebungsformats und der internationalen Kooperation
Titel (englisch): Willingness to pay for national climate change mitigation policies: Elicitation format and scope effects
Erhebungszeitraum: 09/2013–10/2013
Stichprobe (effektiv): 3.230
Stand der Informationen: 29.01.2014

Weitere Informationen

Forschungsprojekt „Gerechtigkeit und die Zahlungsbereitschaft für das globale öffentliche Gut Klimaschutz – eine empirische und theoretische Analyse (FairPayClim)“

Kontakt

Reinhard Uehleke

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